Mythologie und Poesie

Den eigenen Mythos begreifen und neu schöpfen.

Wenn Du die Morgenröte erkennen willst, lege den Kopf in den Schoß des Orakels. Wenn du es wagst, zu atmen und nichts zu tun, liegt die Stimme der teilnahmslosen Weberin am Grunde deines Sees.

Ute Schiran aus: Wege der Wölfin

Der forschende und feinsinnige Blick auf unsere Biografie kann Erstaunliches offenbaren: die so genannten Zufälle oder Wechselfälle in unserem Leben lassen uns die tieferen Lebenszusammenhänge erahnen. Träume, Höhen und Tiefen, das, was uns in Mark und Bein erschüttert, das, was uns höchste Freuden beschert, webt sich zu einem einmaligen und originalen Lebensgewebe. Wenn wir anfangen, den roten Faden in unserem Leben, die Signatur unseres Lebens, zu entdecken, berührt uns das Leben selbst. Wenn uns eine Gänsehaut über den Rücken läuft, hat es uns erwischt: das Wunder unseres eigenen Lebens.

 

Sich der eigenen Geschichte anzunehmen, kann helfen, sie besser zu verstehen, sie zu ver-antworten und bisweilen, sie loszulassen und sich mit ihr auszusöhnen bzw. auszutöchtern, mit ihr Freundschaft zu schließen. Licht- und Schatten-Erfahrungen müssen nicht länger als kräftezehrende Gegensätze in uns wirken, sondern können sich mit freundlicher Aufmerksamkeit und schöpferisch-selbstbestimmter Gestaltungskraft neu und sinnstiftend wandeln.

 

Archetypische Bilder und Geschichten können dabei helfen, seelische Wahl-Verwandtschaften zu entdecken. Wir können erahnen, dass wir in ein über unsere Person weit hinaus gehendes Sinnsystem eingebunden sind, dass die Fäden unseres Schicksals auch durch unsere Hände fließen, dass unsere Erfahrungen sinnvoll sind, auch wenn wir sie nicht immer ganz verstehen können oder wollen. 

 

Auch die Poesie vermag die Verbindung zwischen Bewusstem und Unbewusstem herzustellen. Dabei nehmen nach neurobiologischer Erkenntnis "Bilder" eine Schlüsselrolle ein. Sie können sowohl empfunden (somatische Marker) als auch in Sprache übersetzt werden. Poesie unterscheidet sich von der direktiven, auf Nützlichkeit ausgerichteten Sprache, indem sie weitere, tiefere Zusammenhänge erahnen lässt. Poesie kann in ihrer Dichte die Alltagswahrnehmung erweitern und neue Farben, Schattierungen, Dimensionen unseres Lebens spürbar werden lassen.

Mythen - Heilung, Kraft und Weisheit aus zeitloser Zeit.

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Lilith

 

 

Mythologische Geschichten, die mich begeistern, mein Selbst-Verständnis erweitern und meinen frei-geistigen Wurzeln Nahrung sind:

 

  • Meine Kindheits-Märchen der Gebrüder Grimm: Frau Holle, Sterntaler, Der Wolf und die sieben Geißlein, Der Teufel mit den drei goldenen Haaren...
  • Meine späteren Märchen: Clarissa Estes, Die Wolfsfrau: La loba, Vasalisa, die Weise, Seehundfell und Seelenhaut, La Llorona, Die Frau mit dem Goldhaar, Sedna...
  • Texte östlicher und westlicher MystikerInnen, z. B. Hafiz, Rumi, Meister Eckhart, Hildegard v. Bingen
  • Gedichte,Poesie, z. B. klassische Dichtung, Dichtung von weisen Frauen
  • Schöpfungsmythenverschiedener Kulturen, z. B. Yggdrasil - Welten- und Lebensbaum
  • Erzählungen meiner schamanischen LehrerInnen
  • Chiron - Transformations-Mythos von der verletzten Heilerin / vom verletzten Heiler - TäterIn, Opfer, HeilerIn: verletzen, verletzt sein, heilen
  • Weisheit von Tarot und I-Ging
  • Unterweltsmythos der Schwestern Inanna und Ereshkigal
  • Göttinnen als Vielfalt eigenmächtig-weiblicher Potenziale
  • Die Kraft der 3 x 3 in unserem Kulturkreis: die 3 Saligen, die 3 Nornen, die 3 Bethen
  • Sagen, Geschichten um Plätze und Orte mit besonderer Kraft: z. B. Frauenstein von Riedenburg